Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V.

Freiwilligendienst im Europäischen Solidaritätskorps

Der LJBW e.V. ist anerkannte und koordinierende Entsende- und Aufnahmeorganisation für den Freiwilligendienst im ESK (Europäisches Solidaritätskorps). Gefördert werden diese Freiwilligendienste von der Europäischen Union. Es können sowohl junge Menschen (bis 30 Jahre) ins europäische  Ausland gehen als auch Jugendliche aus diesen Ländern nach Deutschland kommen. Durch die Bildungsreferentin des LJBW, Antje Krauße (krausse@ljbw.de), werden regelmäßig junge Menschen aus unserer Region beraten, die einen Freiwilligendienst absolvieren wollen.

Der LJBW e.V. hat in den letzten Jahren junge Frauen und Männer nach Island, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Schweden, Portugal und Luxemburg entsendet. Gegenwärtig sind vier "unserer" Freiwilligen unterwegs - in Spanien, Lettland, Süd- und Norditalien. Mit diesen Projekten haben wir feste Partnerschaften und können  jährlich Jugendliche dorthin entsenden. Auch andere Aufenthaltsformate des ESK wie z.B. Praktika kommen in Betracht.

Informiert Euch unter: www.solidaritaetskorps.de

Wer kann einen Freiwilligendienst machen?

Der Europäische Freiwilligendienst ist möglich für  junge Menschen zwischen 17 und 30 Jahren. Aus Deutschland entsendet werden können Jugendliche mit Wohnsitz im Land.

Wie lange dauert ein Freiwilligendienst?

Der Zeitraum des Freiwilligendienstes liegt zwischen 6 und 12 Monaten (unter Vorlage bestimmter Bedingungen auch kürzer) > Zeiträume von 9 bis 12 Monaten sind empfehlenswert.

Wie finde ich ein Aufnahmeprojekt?

Zu Beginn steht die Registrierung als Teilnehmer_in beim Europäischen Jugendportal. Darüber können dann Projekte in den Wunschländern angefragt werden. Schon dann ist es von Vorteil, eine Entsendeorganisation im Heimatland kontaktiert zu haben.

Wie funktioniert die Bewerbung?

Die Bewerbung erfolgt durch ein Anschreiben, einen Lebenslauf oder in manchen Fällen über einen Online-Fragebogen oder auch ein Online-Interview. Schulnoten o.ä. sollten keine Rolle spielen. Zu Inhalten und Gestaltungsmöglichkeiten einer Bewerbung beraten wir gern.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Es gibt viele Organisationen von Freiwilligendienst im ESK, die auch individuelle Beratung anbieten. Regionale Nähe ist dabei von Vorteil.

Der LJBW ist so eine Anlaufstelle und zugleich Entsendeorganisation - also bitte bei Interesse Kontakt aufnehmen.

Antje Krauße, Bildungsreferentin, krausse@ljbw.de, 0351-42750778

 

Welches Format von Auslandsaufenthalten ist das Richtige für mich?Auslandsberater von RAUSVONZUHAUS

Erfahrungen unserer Freiwilligen im Ausland

Emmas Blog - im Oktober 2018 nach Schweden entsendet

Erste Eindrücke von Yvonne aus Agrigento/ Italien (Oktober 2016 - Juli 2017)

November 2016:

"Mir geht es sehr gut, ein absoluter Glückstreffer ist das hier! :) Das Team von der Caritas ist sehr sympathisch und auch die Arbeit gefällt mir! Über die das Basteln und Spielen hinaus geht es im Kindergarten auch darum, den Kindern Regeln beizubringen, was nicht ganz einfach ist, aber über den langen Zeitraum bestimmt machbar.
Und vorgestern haben wir an einem anderen Projekt gearbeitet und für einen Sportplatz Fußballtore und Basketballkörbe zusammengeschraubt, auch das hat Spaß gemacht, zumal das Wetter hier immer noch schön warm ist.

Die anderen Freiwilligen sind schon längst nicht mehr Kollegen, sondern Freunde!"

 

 

 

Video-Projekt von Catherina und den anderen Freiwilligen in Agrigento/ Italien (Oktober 2014 - Juli 2015)

Erfahrungsbericht von Elisabeth (August 2015 - Juli 2016)

Mein EVS bei Alþjóðleg ungmennaskipti (AUS) – ICYE Iceland

November 2015:

„Anita hat gesagt sie möchte nach Deutschland ziehen. Sie erzählt immer von dir." Das hat mir heute die Mutter von einem Mädchen aus meinem Kindergarten gesagt. Vor 10 Wochen hätte ich nicht geglaubt, jemals sowas zu hören. Der Anfang war ziemlich hart, alles war neu und ungewohnt und ja klar kann das aufregend sein, aber es kann eben auch erschöpfend sein, vor allem in einem Kindergarten. Ich hatte keine Ahnung von nichts. Wenn ein Kind geweint hat, nicht machte was es soll oder frech war – war ich total überfordert. Für die Kinder war ich auch neu und ungewohnt, also haben sich die meisten von mir fern gehalten, mir nicht vertraut. Ja das war der Anfang.

Und jetzt? Hab ich jeden Tag auf dem Hof 3 Mädchen, die alle an meiner Hand gehen wollen. Jeden Tag kommen ein paar von den 4-jährigen Jungs und wollen mir in der Küche helfen und jeden Morgen umarmt mich einer von den großen Jungs. Die Mitarbeiter waren von Anfang an mega lieb zu mir, haben gesagt ich könnte immer zu ihnen kommen, wenn ich irgendwas brauche und sei es nur jemand zum Reden. Und jetzt? Trauen sie mir schon eine ganze Menge zu, lassen mich selbstständig Essen für die Kinder machen, Konflikte lösen und trösten, wenn sich jemand wehgetan hat. Ich kann guten Gewissens sagen ich bin angekommen und sehr, sehr happy mit meinem Projekt.

Aber natürlich ist mein Projekt nicht mein ganzes Leben hier in Island. Ich habe eine Menge neuer Freunde gefunden aus Deutschland, Frankreich, Ecuador, England, Kenia, Italien, Österreich, Honduras, Kroatien und natürlich Island selbst. Mit Sabrina aus Irland und Milos aus Serbien wohne ich zusammen, aber wir unternehmen auch eine ganze Menge mit den anderen Freiwilligen. Daytrips, Hiking Tours, zum Swimming Pool gehen, Sonntag zusammen in einem Café stricken, mit 6 von ihnen habe ich angefangen Capoeira zu trainieren.

Island selbst ist unglaublich, die Landschaft ist wunderschön, wild und majestätisch. Die Sprache ist total verrückt, aber ich lerne jeden Tag dazu. Isländer putzen sich die Nase nicht in der Öffentlichkeit, haben einen sehr eigenwilligen Kleidungsstil und bevorzugen schwarze Klamotten, geraten völlig außer Kontrolle beim Feiern am Wochenende und lieben Weihnachten. Das Essen hier ist sehr lecker und sehr ungesund – HotDogs und Eis sind inoffizielle Nationalgerichte. Das Wetter ist absolut unvorhersehbar und ändert sich etwa fünfmal am Tag, und ich habe die Polarlichter gesehen – unbeschreiblich.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich glücklich bin. Klar hab ich auch mal Heimweh, vermisse meine Eltern und Freunde, aber eigentlich kann ich mir gar nicht vorstellen wieder nach Hause zu fahren. Ich bin selbstbewusster, eigenständiger und entspannter geworden, mache nur worauf ich Lust habe, probiere Neues aus und traue mir Sachen zu, von denen ich nie geglaubt hätte, dass ich sie kann. Im on-arrival training hab ich eine Menge über mich selbst und meine Ziele gelernt und natürlich auch richtig viel Spaß gehabt. Ansonsten will ich einfach nur den Rest meiner Zeit hier genießen- because honestly? Time's flying.