Apr 5, 2009
INWENT – Ideennetzwerk Wissenschaft und Technik

Es ist schon erstaunlich, dass der Technologiestandort Deutschland – in dem es ja für so gut wie alles einen Verein gibt – bis vor vier Jahren keine einzige Jugendorganisation auf naturwissenschaftlich-technischem Gebiet im eigentlichen Sinne hervorgebracht hat. 1997 dann wurde das Netzwerk Junger Forscher und Erfinder Sachsens (NJFE) gegründet, die bundesweit erste Initiative, die von Jugendlichen für Jugendliche ausging. Die Struktur und die Aktionen des Netzwerkes sind darauf ausgelegt, Jugendliche zur Auseinandersetzung mit Themen aus Naturwissenschaften und Technik zu motivieren, Interessierten eine Zusammenarbeit zu ermöglichen und somit insgesamt außerschulische Jugendarbeit auf diesem Gebiet zu unterstützen und zu fördern. Genaueres zur Arbeit des Netzwerkes findet sich in der beiliegenden „Netzwerk-Philosophie“.
In den vergangenen vier Jahren konnten alle Beteiligten mit der Arbeit im Netzwerk viele Erfahrungen sammeln. Besonders die Organisation des Sächsischen Jugendforums für Wissenschaft und Technik mit seiner ständig wachsenden Teilnehmerzahl stellt immer wieder eine Herausforderung dar. Insgesamt wurde deutlich, dass die zusammen mit dem Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V. – dem Dachverband des NJFE – organisierten Aktionen auf grosse Resonanz stiessen.
Als eines der grössten Probleme wird jedoch stets angeführt, dass das Netzwerk aufgrund seiner Struktur nur überregional agieren kann. Es ist angelegt, Jugendliche zu motivieren, sich zu Hause, an Schulen und außerschulischen Einrichtungen zu betätigen. Dazu bedarf es jedoch Ansprechpartner und Betreuer vor Ort, die Arbeitsgemeinschaften organisieren, bei Problemen beratend zur Seite stehen und vieles mehr. Solche Personen zu beschäftigen ist eigentlich Aufgabe des Staates. Aber die Bildungspolitik in Deutschland ist, gerade was den außerschulischen Sektor betrifft, in den letzten 10 Jahren in eine extreme Schiefläge geraten. Viele Einrichtungen wurden geschlossen, andere haben ihr Profil so verkleinert, dass es fast nur noch soziale Jugendarbeit umfasst. In den Schulen werden neben dem normalen Unterricht nur sehr selten Arbeitsgemeinschaften zur Vertiefung bestimmter Themen angeboten. Lehrer, die bereit sind, solche Dinge durchzuführen, findet man an den wenigsten Schulen.
Auf der anderen Seite beklagen sich Politiker über einen Mangel an Natur- und Ingenieurswissenschaftlern, die Diskussion um die Greencard ist nur zu gut bekannt. Alles dies sind Entwicklungen, die dem Standort Deutschland in einer Art und Weise schaden werden, die heute noch gar nicht abzusehen ist.
Die Mitglieder des Netzwerkes haben sich entschlossen, dieser Entwicklung hier im Freistaat Sachsen aktiv entgegenzusteuern. Als eine Reaktion auf die gegenwärtige Situation soll die Struktur des Netzwerkes im Jahr 2001 verändert werden. Der Gedanke ist, Firmen und Universitäten noch aktiver in das Netzwerk einzubeziehen. Es sollen dort Mitarbeiter gefunden werden, die sich bereit erklären, als Ansprechpartner für Jugendliche zu fungieren. So können zum Beispiel neue Arbeitsgemeinschaften, Industriepartnerschaften für Schulen und anderes entstehen.
Es gibt bereits einige Orte, in denen dieses Vorhaben erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde, so z.B. in Bautzen zwischen dem Technologie- und Gründerzentrum und verschiedenen Schulen, in Dresden zwischen einigen Gymnasien der Stadt und der Technischen Universität, in Chemnitz organisiert die Firma Solaris verschiedene Angebote für Jugendliche.
Es geht insgesamt also darum, neben den Jugendlichen Unternehmen, Schulen, Hochschulen, Forschungsinstitute, Jugendhäuser und viele weitere Einrichtungen in das Netzwerk zu integrieren. Dieser Gedanke wurde bereits mit Vertretern von Politik und Wirtschaft diskutiert und stiess auf grosse Resonanz. Letztlich ist angedacht, eine neue Organisation ins Leben zu rufen, bei der das bisherige Netzwerk nur einen Teil, den „jugendlichen“ Teil sozusagen, darstellt. Ein grosser Vorteil einer solchen Organisation wäre, dass nicht wie bisher viele Aktionen der verschiedenen Veranstalter parallel aneinander vorbei laufen, sondern in Zusammenarbeit durchgeführt werden können. Diese weitergeführte Vernetzung führt sicherlich auch dazu, dass noch mehr Projekte intensiver gefördert und noch mehr Ideen umgesetzt werden können. Die Organisation soll den Namen „INWENT – Ideennetzwerk Wissenschaft und Technik“ tragen.
Wie bereits angedeutet stösst dieses Vorhaben auf großes Interesse seitens der Wirtschaftler und der Vertreter der Hochschulen. Mit einer Gruppe konnten wir jedoch noch nicht sprechen: den Jugendlichen. Deshalb wollen wir – die Vertreter des Netzwerkes – die Gelegenheit nutzen, auf dem 3. Sächsischen Jugendforum für Wissenschaft und Technik (Bautzen, 19.05. 01) die Teilnehmer in einer Diskussionsrunde nach ihrer Meinung zu diesem Vorhaben zu fragen. Wie bereits erwähnt, wird das Netzwerk bisher ja von Jugendlichen für Jugendliche organisiert. So wird es auch in Zukunft sein. Das heisst – und davon hängt das Vorhaben letztlich ab – das sich Jugendliche finden müssen, die sich in diese Organisation einbringen, sich engagieren und bereit sind, etwas Arbeit auf sich zu nehmen. Es gibt da die verschiedensten Dinge zu tun: von der Organisation von Workshops bis zur Betreuung der Homepage oder der Redaktion der INWENT-Zeitung, vieles steht dazu auch in der Netzwerk-Philosophie.
In Bautzen soll also letztlich die Frage geklärt werden, ob eine Organisation wie INWENT aus Sicht der Jugendlichen sinnvoll ist, wie sie aufgebaut sein und welche Veranstaltungen es geben sollte. All dies natürlich mit der Konsequenz, dass alle Vorhaben der aktiven Mitarbeit der Jugendlichen bedürfen, die – mit Unterstützung des Dachverbandes LJBW – die Vorhaben von INWENT selbst organisieren. Wir würden uns freuen, wenn jeder, der dieses Schreiben liest, sich vorab einmal eine Meinung bilden und diese in Bautzen in der Diskussionsrunde einbringen könnte. Natürlich sprechen wir hiermit genauso Wirtschaftler, Wissenschaftler, Vertreter der Politik, Lehrer und alle Interessierten an mit der Bitte um Ihre Meinung und Ihre Unterstützung.
Helfen Sie mit – es geht um die Zukunft des Technologiestandortes Sachsen!
Die Sprecher des Ideennetzwerkes Wissenschaft und Technik
Das Projekt wurde in den Jahren 1997 bis 2005 realisiert.
Die Mitglieder des Netzwerkes organisierten die Sächsischen Jugendforen für Wissenschaft und Technik und die EXPO SCIENCE EUROPE (ESE) 2004 in Dresden.
INWENT war ein INSTI-Erfinderklub und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Informationsblatt über INWENT



